Ich bin neidisch. Diesen Satz habe ich in letzter Zeit öfter gehört, vorgebracht wie eine Enthüllung. Ich traue mich das jetzt zuzugeben. Aber Neid ist ja auch ein wichtiges Gefühl. Es zeigt uns, was wir wollen. Und ich bin ja auch nur neidisch, nicht missgünstig. Da ist es: Missgunst, ein Gefühl, für dass wir uns schämen sollten. In einer Reihe mir Verbitterung. Verachtung. Häme. Es gibt Gefühle, die sind so hässlich, dass wir sie besser verstecken. Gefühle, die als Makel gelten, als würde man mit ihnen zugeben, eine dunkle Seite zu haben.
In dieser Folge sprechen wir über diese hässlichen Gefühle. Warum haben wir sie? Was wollen sie uns sagen? Und wie gehen wir mit ihnen, ohne sie wegzudrücken, aber auch ohne uns oder anderen damit zu schaden?
Eine kurze Anmerkung: Wir sind keine Therapeutinnen oder ausgebildete Psychologinnen. Wir schildern hier nur unsere Sicht auf das Thema, wie es uns damit geht und was wir uns angelesen haben.

Warum haben wir hässliche Gefühle?
Hässliche Gefühle wie Missgunst, Groll oder Verachtung sind starke Gefühle, die sich oft über eine längere Zeit entwickeln. Sie zeigen uns sehr klar, dass etwas nicht stimmt, weisen auf ein unerfülltes Bedürfnis hin, eine Bedrohung, ein Gefühl von Ungerechtigkeit oder ein bröckelndes Selbstbild. Sie haben eine Schutzfunktion, auch wenn sie sich nicht schön anfühlen.
Wie kommunizieren wir über hässliche Gefühle?
Wir sprechen selten über diese Gefühle und wenn, dann neigen wir dazu, eine harmlosere, akzeptiertere Variante zu nutzen, wie Neid, Schadenfreude oder sauer auf jemanden sein. Hässliche Gefühle passen nicht zu dem Bild, das wir von uns zeigen wollen. Und es ist auch nicht immer hilfreich, jederzeit über diese Gefühle zu sprechen, weil sie insbesondere zwischenmenschlich bei Konfrontation große Problemfelder aufmachen können. Sie einfach zu ignorieren hilft aber in der Regel auch nicht.
Bis zu welchem Punkt muss man diese Gefühle aushalten?
Es geht nicht darum, hässliche Gefühle einfach nur auszuhalten oder ihnen blind nachzugeben, sondern darum, sie zu verstehen. Welches Bedürfnis steckt dahinter? Braucht es eine Grenze, ein Gespräch, eine innere Klärung oder einfach Akzeptanz? Nicht jedes Gefühl verlangt Handlung. Aber jedes Gefühl verdient Aufmerksamkeit.
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