#73 Juryarbeit | Was können wir als Autorinnen aus der Arbeit einer Buchjury lernen?

Der Wortwelten Buchpreis wurde im Rahmen der gleichnamigen Buchmesse in Münster im November 2025 verliehen. Dafür habe ich (Erina) als Jurorin viele verschiedene Texte gelesen, manche nur in Teilen, manche ganz, und mir ist aufgefallen, dass mir einige wesentlich besser gefallen haben als andere. Obwohl wir ein vorgegebenes Punktesystem hatten, habe ich mich gefragt, was meine persönlichen Bewertungskriterien sind und wie konkret sie sich äußern. Welche Elemente haben gut funktioniert, welche weniger gut? Was hätten einige Texte besser machen können? Was haben andere besonders gut gemacht? Was können wir als Autorinnen von diesen Erfahrungen für unser eigenes Schreiben lernen?

Höre dir die aktuelle Folge an:

Die richtigen Informationen im richtigen Maß

Eine gute Geschichte hält fein die Waage zwischen Details, die beleben und einem Fokus, der die Lesenden beim Geschehen hält.

Oft wird die Illusion der Geschichte – also das Kopfkino – unterbrochen, z.B. weil aktuell unwichtige Informationen über die Welt im Übermaß eingestreut werden, zu viel tell statt show verwendet wird oder die Perspektivfigur ihren Fokus auf Dinge legt, die gerade nicht sinnvoll für sie sind.

Es gibt Maßstäbe für die Bewertung – aber am Ende zählt die Freude

Man kann versuchen, einen belletristischen Text zu quantifizieren, also messbar zu machen. Im Rahmen eines Buchpreises muss man das wahrscheinlich auch im gewissen Maße. Aber am Ende zählt für die Leser:innen häufig nur die Freude, die sie beim lesen haben – und die ist subjektiv.

Hinter der Juryarbeit stecken Menschen

Die Leute am anderen Ende von Schreibwettbewerben, Buchjurys oder anderen Auswahlverfahren sind nur Menschen. Sie lesen extrem viele Texte, oftmals ehrenamtlich neben anderen Verpflichtungen und dem Leben, das einfach stattfindet. Wenn ein Text nicht ausgewählt wurde muss das nicht heißen, dass er schlecht ist. Es kann tausend Gründe haben. Manchmal geht im Prozess etwas verloren oder der Schreibstil liegt außerhalb der vorher festgelegten Bewertungskriterien. Also nicht den Mut verlieren!


Bücher:
» Welcome to my Ghost World von Catherine Strefford

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