Der Roman „Über Menschen“ von Juli Zeh erzählt die Geschichte von Dora, die während der Corona-Pandemie aus Berlin in ein brandenburgisches Dorf zieht, um Abstand von ihrem Leben und ihrer Beziehung zu gewinnen. Dort trifft sie auf ihren Nachbarn Gote, der offen rechte Ansichten vertritt und scheinbar all das verkörpert, wovor Dora geflohen ist. Trotz ihrer Vorbehalte entsteht eine unerwartete Nähe, die Dora zwingt, ihre eigenen Vorurteile und Vereinfachungen zu hinterfragen.

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Über Menschen schafft Unbehagen
Es ist schwer zu sagen, ob der Roman gefällt – denn er möchte Unbehagen erzeugen. Nicht ohne Grund legt Juli Zeh den Finger in offene Wunden unserer Gesellschaft. Doch genau das ist der Zweck von Literatur – sie schmiert die Konversation und bietet ein Vehikel, um über solche Themen zu sprechen und gleichzeitig eine gesunde Distanz wahren zu können.
Sympathie für unsympathische Figur
Es gelingt Juli Zeh, Sympathie für den Charakter Gote zu erwecken, der moralisch mehr als fragwürdig ist. Das macht sie teilweise dadurch, dass sie „show“ und „tell“ gezielt anwendet: wir hören aus zweiter Hand von seinen gewaltsamen und nationalsotialistischen Ausschreitungen und „erleben“ seine Nachbarschaftshilfe und Fürsorge.
Im Leben ist das oft nicht anders und schwer zu navigieren.
Am Ende kommt es auf den Geschmack an
Der Roman arbeitet mit vielen Bildern und philosophischen Gedankengängen. Je nach Geschmack kann das die Leseerfahrung sperrig oder interessant machen. Auch hier wird wieder deutlich, wie sehr es von den individuellen Vorlieben abhängt, an welcher Art von Literatur man Freude empfindet.
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