#82 Demand Avoidance | Warum wehren wir uns gegen externe Anforderungen?

In der heutigen Folge geht es um Demand Avoidance. Demand Avoidance beschreibt das innere Ausweichen, Blockieren oder den Widerstand, der entsteht, sobald jemand eine Anforderung an einen stellt. Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit Autismus benannt, wo es den PDA-Typ gibt (PDA für Pathological Demand Avoidance), aber auch unter ADHSler:innen sind leichtere Facetten von Demand Avoidance bekannt.

Und dabei geht es nicht immer um große Aufgaben. Manchmal reicht es schon, dass man eine Nachricht beantworten soll oder ein Bild aufhängen. Wir sprechen darüber, warum dieses Vermeidungsverhalten bei ADHS auftritt, warum es nichts mit Faulheit oder Trotz zu tun hat, und weshalb dieser Widerstand eher eine instinktive Schutzreaktion ist, als eine bewusste Entscheidung.  

Ein kurzer Hinweis: Wir sind keine Therapeutinnen oder Ärztinnen. In dieser Folge berichten wir aus unserer persönlichen Erfahrung, aus Beobachtung und aus dem, was uns geholfen hat, nicht aus einer professionellen oder klinischen Perspektive.  

Was sind bei ADHS die Ursachen für Demand Avoidance?

Demand Avoidance ist meistens eher eine Reaktion auf Druck, nicht auf die Aufgabe selbst. Der Stress entsteht durch die plötzliche Anforderung. Gerade bei ADHS spielen hier Überforderung, emotionale Dysregulation oder Versagensangst eine Rolle, aber auch Zeitblindheit und das Gefühl von Autonomieverlust. Dass wir dicht machen und die Aufgabe nicht ausführen können ist ein Schutzmechanismus, kein Trotz.

Wieso helfen externe Deadlines, während andere Anforderungen blockieren?

Externe Deadlines geben Struktur, Relevanz und einen Rahmen. Sie können uns helfen, Aufgaben anzugehen, ohne uns die Autonomie zu nehmen. Denn theoretisch können wir bei einer Deadline immer noch selbst entscheiden, ob wir jetzt oder später anfangen und wie wir die Aufgabe umsetzen. Direkte Anforderungen, insbesondere, wenn wir „jetzt sofort“ etwas machen sollen, fühlen sich dagegen schnell an wie Kontrolle, Kritik oder Einengung. Die Deadline sagt: „Das ist wichtig.“ Die Anweisung sagt: „Du musst jetzt.“

Wie geht man mit Demand Avoidance um?

Demand Avoidance wird nicht durch mehr Druck besser, sondern durch Sicherheit.
Zu verstehen, dass es ein „Ich kann gerade nicht“ ist und kein „Ich will nicht“, nimmt Scham aus der Situation und wenn es möglich ist, können wir vielleicht sogar mit unserem Gegenüber darüber reden. Auch „nein“ sagen lernen kann auf Dauer helfen, insbesondere, wenn wir das „nein“ bewusst aussprechen, nachdem wir einmal tief durchgeatmet haben.

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