Wer sich mit dem deutschen Buchmarkt beschäftigt stolpert früher oder später über die Unterscheidung zwischen „E“ und „U“ Literatur. Das eine, so sagt man, eine ernsthafte und elitäre Form der schreibenden Kunst, die bilden, erziehen und zum Denken anregen soll, das andere eine Form der Unterhaltung, kurzweilig, oft flach und von der breiten Masse bevorzugt.
Wir sprechen in dieser Folge darüber, wo diese vermeintliche Unterscheidung herkommt, welche Relevanz sie hat, wie wir persönlich dazu stehen – als Leserinnen und als Autorinnen – und was wir vielleicht verpassen, wenn wir zu sehr daran festhalten.

Höre dir die aktuelle Folge an:
Warum ernst und Unterhaltung trennen?
Die Unterteilung zwischen E und U Literatur ist eine deutsche Eigenart und geht oft mit einer unterschiedlichen Gewichtung von Plot und Sprache einher, zwei Elementen einer guten Geschichte, die dann am besten wirken, wenn sie gleichermaßen bedacht werden.
Vielleicht entstehen die besten Bücher, wenn wir versuchen, die wirksamsten Aspekte aus beiden Welten zu vereinen.
Werden wir als Genies geboren?
Tief in dem Thema schwingt immer noch die Idee des Geniekultes mit – also der Idee, dass man als guter Autor oder gute Autorin geboren wird.
In unseren Schulen sind Schreibwerkstätten eher eine Seltenheit und das Handwerk wird – wenn überhaupt – nur kurz angerissen.
Vielleicht hätten wir einen größeren Reichtum an verschiedenen Geschichten, wenn das Schreiben zu einem festen Teil unserer Bildung machen würden.
Neugierde statt Misstrauen zwischen „ernst“ und „Unterhaltung“
Sowohl auf Seiten der E, als auch auf Seiten der U Literatur wird die „andere“ Seite misstrauisch betrachtet.
Die eine Seite sei elitär und unverständlich, hochnäsig und weltfremd, die andere flach und oberflächlich, liederlich und trage nichts bei.
Eine bessere Herangehensweise wäre Neugierde und der Fokus darauf, wie gute Geschichten entstehen, frei von diesen Schubladen.
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