Aufstehen oder den Wecker auf Snooze stellen? Sport machen oder Muskelkater auskurieren? Was gibt’s zum Frühstück? Welchen Tee mache ich mir? Was ziehe ich heute an? Welchen Punkt meiner To-Do-Liste bearbeite ich als erstes? Wir treffen jeden Tag so viele Entscheidungen und irgendwann macht sich Entscheidungsmüdigkeit breit.
Aber warum fühlen wir uns oft so erschöpft, obwohl wir eigentlich nichts Großes entschieden haben? Warum fällt es morgens leichter, klare Entscheidungen zu treffen und abends ist schon die Frage nach dem Abendessen überfordernd?
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Entscheidungen so viel Energie kosten, wo im Alltag überall Entscheidungen versteckt sind, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen, und wie wir uns das Entscheiden erleichtern können, ohne ständig gegen uns selbst zu arbeiten.
Ein kurzer Hinweis: Wir sind keine Therapeutinnen oder Ärztinnen. In dieser Folge berichten wir aus unserer persönlichen Erfahrung, aus Beobachtung und aus dem, was uns geholfen hat, nicht aus einer professionellen oder klinischen Perspektive.

Woher kommt Entscheidungsmüdigkeit?
Entscheidungen verbrauchen mentale Energie, unabhängig davon, wie klein sie wirken. Unser Gehirn arbeitet mit begrenzten kognitiven Ressourcen. Jede Entscheidung bedeutet Abwägen, Impulse regulieren, Unsicherheit aushalten. Ob es um eine große berufliche Weichenstellung geht oder um die Frage, welches T-Shirt wir anziehen, die zugrunde liegende geistige Arbeit ist ähnlich. Faktoren wie Stress, Schlafmangel, Hunger, Perfektionismus oder hohe Reizempfindlichkeit verstärken diesen Energieverbrauch zusätzlich.
Wo lauern überall Entscheidungen?
Viele kleine Entscheidungen summieren sich über den Tag. Soziale Interaktionen, Priorisierung bei der Arbeit, innere Bewertung, Selbstkontrolle, Mikromanagement des eigenen Verhaltens, all das sind fortlaufende Entscheidungen. Und die Liste der Symptome von Entscheidungsmüdigkeit liest sich wie eine Auflistung dessen, womit wir mit ADHS ohnehin schon zu kämpfen haben.
Wie kann man sich das Entscheidungen treffen erleichtern?
Entlastung entsteht nicht durch bessere Selbstdisziplin, sondern durch weniger Entscheidungsdruck. Routinen, Standardisierung, klare Regeln, Vorentscheidungen und das bewusste Reduzieren von Optionen helfen, mentale Energie zu schützen. Wichtige Entscheidungen früh zu treffen, Unwichtiges schneller oder intuitiver zu entscheiden und Perfektionismus loszulassen können helfen, nicht in Apathie zu verfallen.
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