Hast du schon einmal erlebt, dass eine Geschichte dich völlig in ihren Bann gezogen hat? Dass du für die Dauer des Lesens deinen Alltag und dein Umfeld vergessen und die Erzählung völlig als Realität angenommen hast? Wenn dir das bekannt ist, dann weißt du sicher, welche Kraft eine solche Geschichte entfalten kann. Echte Gefühle entstehen, man fühlt sich mit den Figuren verbunden wie mit guten Freunden oder exorbitanten Feinden, Verstand und Herz öffnen sich und man wird empfänglich für neue Ideen und Lektionen. Diesen Zustand nennt man auch „Immersion“ – also ein völliges „Eintauchen“. Und es gibt Mittel und Wege, den eigenen Text immersiver zu machen.
Ein Hinweis in eigener Sache: Seit neuestem bietet Erina Lektorate mit einem Fokus auf genau dieses Thema an. Wenn du Interesse hast, schau doch mal auf ihrer Website vorbei.

Höre dir die aktuelle Folge an:
Suspension of Disbelief – Das Aussetzen des Unglaubens
Ein immersiver Text sorgt dafür, dass die Leser:innen ihren „Unglauben aussetzen“ (Engl: Suspension of Disbelief).
Das heißt, für die Dauer des Lesens legen sie freiwillig einen Teil ihrer Skepsis ab. Das hat etwas mit Vertrauen zu tun – wer seinen Verstand öffnet, der läuft Gefahr, dass andere Menschen Dinge hineinlegen. Respekt und Authentizität sind aus diesem Grund wichtig.
Immersion hat psychologische Ursachen.
Richtig angewendet kann sie Grundbedürfnisse erfüllen:
- sie schafft Nähe zu den Figuren
- sie regt Gefühle von Neugierde und Lebendigkeit an
- sie erinnert uns an unsere eigene Menschlichkeit.
Trotz Immersion bleibt ein Rest Subjektivität
Obwohl es Stellschrauben gibt, mit denen man einen Text immersiver machen kann, bleibt immer ein Rest Subjektivität zurück.
Das ist völlig in Ordnung.
Nur wenn die Leser:innen einen Raum im Text zugestanden bekommen, den sie ausfüllen dürfen, können sie einen Bezug dazu aufbauen – oder eben die Freiheit haben, es nicht zu wollen.
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