Resilienz. Das Wort zierte eine Weile viele Bestsellerwände und doch sind sich viele Menschen unsicher, was genau es bedeutet. Manche denken, es bedeutet, keine Emotionen mehr zu haben, abgebrüht und kühl und damit überlegen zu sein. Andere denken es bedeutet so viel wie „die Zähne zusammenbeißen und durchpowern“.

Höre dir die aktuelle Folge an:
Resilienz bedeutet nicht, vollkommene Kontrolle über seine Gefühle zu haben
Vielmehr geht es sowohl darum, seine Emotionen zu regulieren, damit sie in akuten Situationen keinen Schaden anrichten, als auch darum, sich ihnen in ruhigen Momenten zuzuwenden. Resilienz ist Fundamentarbeit.
Es geht um Akzeptanz und Selbstfürsorge.
Clean Pain vs. Dirty Pain
Man kann Schmerz unterscheiden in „Clean Pain“ („sauberen Schmerz“) und „Dirty Pain“ („dreckigen Schmerz“).
Clean Pain ist der Schmerz, den man in Reaktion auf ein konkretes Ereignis empfindet z.B. einen Streit oder eine Trennung. Er ist klar, scharf und fühlt sich fast lebendig an.
Dirty Pain dagegen ist der Schmerz, der unterschwellig brodelt, ohne Auslöser. Er ist schwer greifbar, wird eher als Enge oder Druckschmerz beschrieben und stößt oft auf wenig Verständnis.
Ein interessanter Gedanke ist der, dass Dirty Pain dann entsteht, wenn man es zu lange versäumt, Clean Pain zuzulassen oder ihn vermeidet.
Resilienz hat sowohl einen kurzfristigen als auch einen langfristigen Aspekt
Die eigenen Gefühle aushalten zu können eröffnet einem die Welt. Man meidet weniger Orte, Menschen und Gespräche und kann eher am Leben teilnehmen.
Das ist auch langfristig wichtig. Wer stets bei dem ersten Anzeichen eines unangenehmen Gefühls die Situation (z.B. den Job oder die Beziehung) verlässt, riskiert damit seinen Ruf und sein persönliches Wachstum.
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